Wer Cloud-Infrastrukturkosten auf AWS verantwortet, hat sicher schon gehört, dass sich mit Savings Plans (SPs) und Reserved Instances (RIs) gegenüber On-Demand-Instanzen erheblich sparen lässt.


Wer Cloud-Infrastrukturkosten auf AWS verantwortet, hat sicher schon gehört, dass sich mit Savings Plans (SPs) und Reserved Instances (RIs) gegenüber On-Demand-Instanzen erheblich sparen lässt. Doch um dieses Potenzial wirklich auszuschöpfen, reicht es nicht, einfach Commitments zu kaufen – entscheidend sind die richtigen Commitments zur richtigen Zeit, für die richtigen Services und mit der passenden Strategie.
AWS gewährt attraktive Rabatte auf zugesicherte Ressourcennutzung. Welche Option die richtige ist, entscheidet darüber, ob Sie unnötig Geld verbrennen oder zu viel für On-Demand bezahlen. Einen Überblick über die verschiedenen Rabattmodelle gibt dieser Leitfaden zu AWS und Google Cloud Savings Plans.
In vielen Jahren Arbeit mit den unterschiedlichsten Kunden haben sich immer wieder dieselben Fehler rund um AWS Commitments gezeigt – und genauso wiederkehrend sind die Wege, sie zu vermeiden und die Cloud-Ökonomie spürbar zu verbessern.
- Zu lange mit dem Commitment warten
- Nicht alle in Frage kommenden Services einbeziehen
- Commitment-Management zu früh automatisieren
- Reflexartig auf Ein-Jahres-Commitments setzen
- Spot- vs. Commitment-Strategie nicht zu Ende denken
- Nur einen Teil der Commitment-Optionen nutzen
- Enterprise-Commitments (PPA/EDP) hinauszögern
1. Zu lange mit dem Commitment warten
Der Fehler:
Viele Unternehmen scheuen langfristige Commitments, solange sie sich ihrer Infrastrukturentscheidungen nicht zu 100 % sicher sind. Während sie zögern, laufen die teureren On-Demand-Tarife munter weiter.
Praxisbeispiel:
Ein wachsendes SaaS-Unternehmen schob den Abschluss von Savings Plans während seiner Microservices-Migration vor sich her. Es war unklar, welche Services langfristig bestehen bleiben würden. In nur drei Monaten schossen die On-Demand-Ausgaben um 30 % nach oben. Eine gestaffelte Commitment-Strategie hätte Einsparungen ermöglicht, ohne sich auf das falsche Setup festzulegen.
Die Lösung:
Auch in unsicheren Phasen wie Migrationen, Tests oder Produkt-Rollouts lohnt es sich, zumindest Teile der Nutzung abzusichern. Kombinieren Sie kurz- und langfristige Savings Plans oder RIs je nach Sicherheitsgrad. So sparen Sie sofort – ohne sich zu übercommitten.
Bonus-Tipp:
Mit DoiT Cloud Intelligence Reports erstellen Sie im Handumdrehen Auswertungen zu EC2-Kosten und -Nutzung – stündlich oder täglich – und entscheiden auf einer fundierten Datenbasis, bevor Sie sich festlegen.
DoiT Cloud Intelligence Report EC2 "BoxUsage SKU" Cost per Hour
DoiT Cloud Intelligence Report EC2 "BoxUsage SKU" Usage per Hour
2. Nicht alle in Frage kommenden Services einbeziehen
Der Fehler:
Sich nur auf die offensichtlichen Services wie EC2 und RDS zu fokussieren – und Sparpotenziale bei Lambda, Fargate, EKS oder OpenSearch links liegen zu lassen.
Praxisbeispiel:
Ein Fintech-Startup hatte Commitments ausschließlich für EC2- und RDS-Workloads abgeschlossen und die wachsende Nutzung von EKS und Lambda ausgeblendet. Ein Kostenaudit brachte ans Licht: 40 % der monatlichen Compute-Kosten liefen ohne jegliches Commitment.
OpenSearch, Redshift, Sagemaker OnDemand Cost
Die Lösung
Den Wald vor lauter Bäumen nicht aus dem Blick verlieren: Wer serverlose Anwendungen, containerisierte Workloads oder Datenanalysen betreibt, hat höchstwahrscheinlich commit-fähige Nutzung in Fargate, Lambda, EKS, OpenSearch und weiteren Services. Auch diese lassen sich mit der richtigen SP- oder RI-Strategie rabattieren.
Bonus-Tipp:
Mit DoiT Cloud Intelligence Insights erhalten Kunden konkrete Empfehlungen zur Kostenoptimierung, verfolgen Fortschritte, identifizieren commit-fähige Nutzung über alle Services hinweg – nicht nur EC2 und RDS –, erhöhen die Cloud-Sicherheit und etablieren FinOps- sowie Well-Architected-Best-Practices.
DoiT Cloud Intelligence Insights Reserve Instance recommendations
3. Commitment-Management zu früh automatisieren
Der Fehler:
Wer Commitments automatisiert, bevor er seine Nutzungsmuster wirklich kennt, riskiert schlecht optimierte Käufe – oder schlimmer: Übercommitments.
Praxisbeispiel:
Ein E-Commerce-Unternehmen setzte ein automatisiertes Commitment-Tool eines "Percent-of-Savings"-Anbieters ein. Das Tool kaufte aggressiv RIs und unterstellte dabei eine konstante Nutzung. Als der Kunde später die Instance-Familie wechselte, blieb er auf ungenutzten OpenSearch-RIs sitzen, die nicht mehr zu den neuen Workloads passten. Am Ende zahlte das Unternehmen für ungenutzte Commitments – plus Anbietergebühren obendrauf.
OpenSearch Reserve Instance vs Actual Usage
Die Lösung:
Bevor Sie automatisieren, sollten Sie:
- Ihre Kostenmuster verstehen und die Nutzung prognostizieren
- die Commitment-Auslastung über 1- und 3-Jahres-Horizonte modellieren
- Tools wählen, die feingranulare Steuerung und Anpassung erlauben
Automatisierung soll Ihre Strategie verstärken, nicht ersetzen.
Bonus-Tipp 1:
Mit dem DoiT Cloud Intelligence Dashboard legen Kunden individuelle Ansichten an, um Kosten und Nutzung über alle Commitments hinweg im Blick zu behalten. Abonnieren Sie Dashboards und erhalten Sie regelmäßige Updates per E-Mail oder Slack.
DoiT Cloud Intelligence Custom Dashboard to monitor Reserve Instances Utilisation
Bonus-Tipp 2:
Mit DoiT Cloud Intelligence CloudFlow – einer GenAI-gestützten No-Code-FinOps-Workflow-Lösung – automatisieren und steuern Sie Ihre FinOps-Prozesse mühelos.
So lässt sich beispielsweise ein einfacher Workflow einrichten, der Sie benachrichtigt, sobald Reserved Instances (RIs) auslaufen – damit Sie proaktiv handeln und nicht von ablaufenden Verträgen überrascht werden.
DoiT Cloud Intelligence sample CloudFlow to Notify on RIs expiring in 7 days
4. Reflexartig auf Ein-Jahres-Commitments setzen
Der Fehler:
Viele Teams greifen reflexartig zu Ein-Jahres-Commitments, weil sie diese für risikoärmer halten. Damit lassen sie aber häufig die höheren Einsparungen liegen, die längere oder flexiblere Commitment-Strukturen ermöglichen.
Praxisbeispiel:
Ein Medienunternehmen blieb bei Ein-Jahres-SPs, um "agil zu bleiben". Hätte es längerfristige Commitments für die planbare Grundlast und kürzere für dynamische Workloads kombiniert, wären jährlich zusätzlich 20 % Einsparungen drin gewesen.
Die Lösung:
Bei stabilen Workloads müssen Sie längere Laufzeiten nicht scheuen. Eine Mischung aus verschiedenen Commitment-Laufzeiten liefert oft das beste Verhältnis aus Kosten und Risiko.
Bonus-Tipp:
Mit DoiT Cloud Intelligence Flexsave for Compute bekommen Kunden automatische Einsparungen, ohne sich vorab festlegen zu müssen. Ideal für Übergangsphasen wie Cloud-Migrationen: Sie bleiben flexibel und senken trotzdem die Kosten. Für stabile Workloads empfehlen wir einen 3-Jahres-Own-SP, der gegenüber Flexsave allein rund 50 % zusätzliche Einsparungen bringen kann.
DoiT Cloud Intelligence Flexsave and Customer Saving plan Coverage
5. Spot- vs. Commitment-Strategie nicht zu Ende denken
Der Fehler:
Sich mit RIs oder SPs zu übercommitten, ohne zu prüfen, ob Workloads nicht auf Spot Instances deutlich günstiger laufen würden.
Praxisbeispiel:
Ein Datenanalyse-Unternehmen hat 100 % seiner Batch-Processing-Workloads über RIs abgesichert. Dabei waren diese – fehlertolerant und zeitlich flexibel – eigentlich ideale Kandidaten für Spot Instances. So blieben 70–90 % Einsparpotenzial ungenutzt.
Die Lösung:
Bevor Sie Commitments fixieren, prüfen Sie, ob sich Teile Ihrer Workloads – insbesondere Dev/Test- oder Batch-Jobs – zuverlässig auf Spot betreiben lassen. Ein Mix aus beidem liefert oft die besten Ergebnisse.
Bonus-Tipp:
Mit der DoiT Cloud Intelligence Spot Scaling-Lösung integrieren Kunden Spot Instances nahtlos in Auto Scaling Groups. Ideal für Batch-Processing, zustandslose Anwendungen sowie Dev/Test-Umgebungen – maximale Einsparungen, ohne Abstriche bei der Zuverlässigkeit.
6. Nur einen Teil der Commitment-Optionen nutzen
Der Fehler:
Viele Unternehmen konzentrieren sich ausschließlich auf EC2-RIs oder Compute-SPs und übersehen weitere Commitment-Optionen wie Redshift, SageMaker oder OpenSearch.
Praxisbeispiel:
Eine Energieplattform gab erhebliche Summen für Redshift, SageMaker und OpenSearch aus, hatte aber nur EC2-Commitments abgeschlossen. Damit verschenkte sie bis zu 76 % Einsparungen bei Redshift und 64 % bei SageMaker – jährlich über 100.000 USD.
Die Lösung:
Schöpfen Sie das gesamte Spektrum an Commitment-Optionen aus: EC2 Convertible RIs, OpenSearch RIs, Redshift Reserved Nodes, Compute Savings Plans und mehr. Bewerten Sie alle in Frage kommenden Services und kombinieren Sie Commitments strategisch, um die Einsparungen auf voller Breite zu maximieren. Mehr zu den verschiedenen Rabattmodellen lesen Sie in diesem DoiT-Blogbeitrag.
Different AWS Commitment options
Bonus-Tipp:
Zusätzlich zu Flexsave und Insights bietet DoiT Cloud Intelligence Ihnen Zugang zu einem menschlichen Experten, der eng mit Ihnen zusammenarbeitet, Ihre individuellen Geschäftsziele versteht und die passende Commitment-Strategie empfiehlt – damit Ihre Einsparungen zu Ihren operativen Zielen passen.
DoiT Cloud Intelligence - Connect to Human Expert
7. Enterprise-Commitments (PPA/EDP) hinauszögern
Der Fehler:
Berechtigte Kunden zögern den Abschluss eines Private Pricing Agreements (PPA) oder Enterprise Discount Programs (EDP) oft hinaus – und verschenken so erhebliche Einsparungen.
Praxisbeispiel:
Ein Healthcare-Unternehmen erfüllte die PPA-Kriterien bereits ein halbes Jahr, bevor es schließlich aktiv wurde. In dieser Zeit gab es über 200.000 USD zu viel für On-Demand-Services aus, die zu Enterprise-Konditionen verfügbar gewesen wären.
Die Lösung:
Sobald Sie die Voraussetzungen erfüllen, modellieren Sie Ihre Ausgaben und verhandeln Sie ein PPA/EDP. Solche Verträge erschließen pauschale Rabatte und sorgen für finanzielle Planbarkeit. An der Seite eines Cloud-Cost-Experten wie DoiT können Sie:
- Wachstum und Nutzung über 2–5 Jahre modellieren
- Ihren Ausgabenverlauf optimieren
- das Shortfall-Risiko durch vorausschauende Planung minimieren
Bonus-Tipp:
Mit dem Commitment Manager von DoiT bekommen Kunden ein umfassendes Bild ihrer AWS-Commitments – durch die Visualisierung von Commitment-Abdeckung, Nutzungstrends und Restguthaben. So treffen Sie proaktive Entscheidungen, maximieren Einsparungen und reduzieren ungenutzte Commitments.
DoiT Cloud Intelligence Commitment Manager preview
AWS Commitments sind ein wirkungsvoller Hebel zur Steuerung Ihrer Cloud-Kosten – aber nur, wenn sie strategisch eingesetzt werden. Ob schnell wachsendes Startup oder Enterprise auf Modernisierungskurs: Wer diese typischen Fallstricke umgeht, steigert seine finanzielle Effizienz spürbar.
Bei DoiT helfen wir unseren Kunden, klügere Commitment-Entscheidungen zu treffen – mit Echtzeit-Transparenz, Nutzungsmodellierung und Expertenberatung. Ohne versteckte Gebühren, ohne starre Automatisierung.
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