AWS re:Invent bietet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zum Lernen und zur Zusammenarbeit – mit Trainings- und Zertifizierungssessions, Workshops und Labs, ganz zu schweigen von den Jams und GameDays. Der eigentliche Reiz der AWS re:Invent liegt aber darin, einen Blick auf das zu werfen, was bei AWS als Nächstes kommt.

Im vergangenen Jahr gehörten Amazon ECS Anywhere und Amazon EKS Anywhere, Lambda Container Support sowie AWS Proton zu den Produktankündigungen – der erste vollständig verwaltete Deployment-Service für Container- und Serverless-Anwendungen. Womit ist also auf der diesjährigen AWS re:Invent zu rechnen?
Wir haben mit einigen unserer Cloud-Experten bei DoiT gesprochen und sie gefragt, welche Ankündigungen sie in Las Vegas nicht überraschen würden:
RDS Savings Plans könnten Realität werden
AWS Savings Plans für EC2, Fargate und Lambda kamen 2019 auf den Markt. Möglicherweise werden sie dieses Jahr auf Instanzen des Relational Database Service (RDS) ausgeweitet.
Savings Plans sind Rabattmodelle mit Ausgabenverpflichtung, die beim Bezug größerer Mengen Kostenvorteile gewähren. Rabattsätze und Zahlungsoptionen entsprechen denen von Reserved Instances (RIs). Während RIs jedoch Rabatte auf Basis der zugesicherten Auslastung bieten, hängen Savings-Plans-Rabatte von einer zugesicherten Ausgabe in Dollar pro Stunde ab.
Stand heute lassen sich AWS Savings Plans nicht auf RDS-Instanzen, AWS Redshift oder ElastiCache anwenden. Wir gehen davon aus, dass sich das nach der diesjährigen re:Invent ändert. Trotzdem sind AWS Savings Plans kein Allheilmittel gegen Komplexität: Sie optimieren die Kosten nicht automatisch so, dass ungenutzte Rabatte minimiert werden.
Umso wichtiger ist eine verlässliche Strategie für das Cloud-Kostenmanagement, die Transparenz schafft und Ihre Nutzung über alle Compute-Plattformen hinweg optimiert. Eine Plattform, die Ihre Compute-Einsparungen maximiert, indem sie Ihre Compute-basierten Workloads kontinuierlich analysiert und Rabatte automatisch anwendet, macht das deutlich einfacher.
EKS Anywhere unterstützt künftig auch Nicht-VMware-VMs
Mit Amazon EKS Anywhere lassen sich Kubernetes-Cluster auf virtuellen Maschinen (VMs) und Bare-Metal-Servern aufbauen und betreiben, ohne dass Sie das Tooling für den produktiven Kubernetes-Betrieb selbst entwickeln und pflegen müssen. Bei EKS Anywhere bleiben die Management-Konsole und die Control Plane für EKS in der AWS Console, während die Nodes auf On-Premises-Bare-Metal laufen. Der AWS-Support ist derzeit allerdings auf Produktions-Cluster beschränkt, die VMware vSphere einsetzen.
AWS hat bestätigt, dass 2022 Bare-Metal-Support hinzukommt. Wir gehen davon aus, dass in Las Vegas die Erweiterung dieses Supports auf Nicht-VMware-VMs angekündigt wird.
Augen auf bei GitOps-News
GitOps ist ein Betriebsmodell für die Anwendungsbereitstellung, das die Verwaltung mehrerer Kubernetes-Cluster auf Basis von Best Practices in den Bereichen Versionskontrolle, unveränderliche Artefakte und Automatisierung ermöglicht. Sobald Commits in Git eingespielt und freigegeben sind, rollen automatisierte CI/CD-Pipelines die Änderungen in der Infrastruktur aus. Die Entwicklung wird effizienter, weil Teams Änderungen und Updates schnell ausspielen können – im Wissen, dass sie sofort eine Meldung erhalten, sobald der tatsächliche Produktionszustand vom Stand in der Versionskontrolle abweicht.
Was hat das alles mit AWS re:Invent zu tun? Da die Branche darauf drängt, GitOps als Standardansatz für die Bereitstellung cloud-nativer Anwendungen zu etablieren, gehen wir davon aus, dass AWS auf der diesjährigen re:Invent einen CodeGitOps-Service ankündigen könnte. Dieser wäre Teil von AWS Codestar, dem cloudbasierten Entwicklungsservice, mit dem sich die Continuous-Delivery-Toolchain für schnellere Code-Releases zügig einrichten lässt. Ein solcher Service würde sich vermutlich als verwaltetes ArgoCD oder FluxCd präsentieren, eingebettet in die AWS-Oberfläche.
Flux und Argo CD sind deklarative, GitOps-basierte Continuous-Delivery-Tools für Kubernetes, die immer beliebter werden. Beide Tools nutzen Git-Repositories als Single Source of Truth, um den Soll-Zustand eines Clusters zu definieren. Sie beschränken sich auf den Continuous-Deployment-Teil (CD) einer CI/CD-Pipeline und überlassen es den Nutzern, ihren bevorzugten Anbieter für Continuous-Integration-Workflows (CI) zu wählen. Auch beim Git-Provider haben Nutzer freie Wahl (GitHub, GitLab, BitBucket, AWS CodeCommit).
Mit weiteren ARM-Instanzen ist zu rechnen
Cloud Computing verlagert sich von x86 auf ARM (Advanced RISC Machines) als dominierende Architektur, und AWS treibt diesen Wandel maßgeblich voran. Unter den Cloud-Anbietern war AWS Vorreiter bei ARM und brachte 2018 ARM-Instanzen mit Graviton sowie 2020 mit Graviton2 auf den Markt.
Die AWS-Graviton-Prozessoren der ersten Generation treiben Amazon EC2 A1-Instanzen an und ermöglichen erhebliche Kosteneinsparungen gegenüber anderen General-Purpose-Instanzen. Mit der Einführung der Folgegeneration Graviton2 sind Performance und Funktionsumfang deutlich gestiegen – mit fünf vollständigen Instance-Familien (M6g, C6g, R6g, T6g, X2gd) und neun Varianten, die sich nach Faktoren wie Kosten, Performance und Speicher optimieren lassen.
Graviton2-Prozessoren stehen mittlerweile auch für Services wie RDS, Lambda und EKS zur Verfügung. Da AWS immer tiefer in den Bereich ARM-Instanzen vordringt, erwarten wir in naher Zukunft – möglicherweise im kommenden Jahr – neue Instance-Typen auf dieser Basis. Mit immer mehr Managed Services, die ARM-Instanzen für niedrigere Kosten nutzen, werden Customer Reliability Engineers (CREs) sich mit der Migration von Workloads auf ARM vertraut machen müssen.
Mehr Echtzeit-Lösungen für Remote Work in Sicht
Bei DoiT ist Remote-Arbeit seit jeher selbstverständlich – für viele andere Unternehmen kam der Wechsel ins Homeoffice dagegen abrupt und nicht immer erfolgreich. Da Remote-Arbeit weltweit zur Dauerrealität wird, erwarten wir, dass AWS weitere Echtzeit-Lösungen für WebRTC, Video-Streaming und Conferencing einführt.
WebRTC ist eine offene Technologiespezifikation, die Echtzeitkommunikation (RTC) über Browser und mobile Anwendungen mithilfe einfacher APIs ermöglicht. Peering-Techniken erlauben den Echtzeit-Datenaustausch zwischen verbundenen Peers, und latenzarmes Media-Streaming erleichtert die Interaktion zwischen Personen.
Im vergangenen Jahr brachte AWS AWS Transit Gateway Connect auf den Markt – ein neues Feature des AWS Transit Gateway, das VPCs und On-Premises-Netzwerke über einen zentralen Hub verbindet. AWS Transit Gateway Connect vereinfachte die Anbindung von Niederlassungen, indem es Software-Defined-Wide-Area-Network-Appliances (SD-WAN) nativ in AWS integriert. SD-WANs ermöglichen es Unternehmen, Nutzer sicher mit Anwendungen zu verbinden, und machen Remote-Arbeit zu einer sichereren Option.
Einrichtung, Sicherheit und Wartung selbstverwalteter Client-basierter VPN-Lösungen können im Betrieb anspruchsvoll sein – besonders, wenn plötzlich viele Mitarbeitende remote zugreifen müssen. AWS Client VPN ist ein Managed Service, der mit OpenVPN-basierten Clients sicheren Zugriff auf AWS- und On-Premises-Netzwerke von überall ermöglicht. Neue Produkte und/oder Erweiterungen rund um Remote-Arbeit dürften also auf dem Weg sein.
Sonst noch etwas?
Die Liste dessen, was auf der re:Invent angekündigt werden könnte, ist lang. Hier sind ein paar weitere Neuigkeiten, die unsere Cloud-Experten nicht überraschen würden:
- Weitere Tools mit Anbindung an Visual Studio Code
- Mehr Events für Lambda
- Verbesserungen am Desktop-as-a-Service-System
- Eine neue Version von AWS DevOps Guru, dem 2020 angekündigten Machine-Learning-Service
- Niedrigere Preise für Egress-Traffic
- Verbesserungen bei Amazon Managed Blockchain
Erfüllte Prophezeiungen
Wie treffsicher unsere Prognosen sind? Das zeigt sich vom 29. November bis 3. Dezember in Las Vegas! Wenn Sie dieses Jahr an der re:Invent teilnehmen, schauen Sie unbedingt an unserem Stand – #354 – vorbei und erfahren Sie, wie Sie mit der Cloud Performance steigern und Einsparungen maximieren.
Und das gesellschaftliche Highlight des Events: Stoßen Sie am 30. November mit uns auf einer exklusiven Party im OMNIA Nightclub an. Wir sehen uns dort!
Bleiben Sie mit uns in Kontakt – folgen Sie uns im DoiT Engineering Blog, auf dem DoiT LinkedIn-Kanal und auf dem DoiT Twitter-Kanal. Karrieremöglichkeiten finden Sie unter https://careers.doit-intl.com.