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FinOps 3.0 – jenseits der Kostenoptimierung

By Orit YaronNov 27, 20244 min read

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In meinen Jahren im Aufbau von SaaS-Plattformen habe ich unmittelbar erlebt, wie viel eine gut geführte Infrastruktur bewegen kann. Mit dem breiten Umstieg auf cloudbasierte Infrastruktur wurde das noch offensichtlicher: Engineering-Teams gewannen enorm an Flexibilität – zugleich ging aber Kontrolle über die Kosten verloren. Umso mehr fällt ins Gewicht, dass die Cloud-Kosten in vielen Unternehmen der größte Ausgabenposten nach den Personalkosten sind.

So entstand die FinOps-Funktion – mit dem primären Fokus auf Kostenoptimierung, also darauf, dass Cloud-Ausgaben effizient sind und kein Waste entsteht.

Jetzt ist es Zeit, dass sich die FinOps-Rolle weiterentwickelt. Nennen wir es FinOps 3.0.

FinOps muss künftig weit mehr leisten als reine Kosteneinsparungen.

Vor diesem Hintergrund hier meine Sicht darauf, was für die FinOps-Rolle als Nächstes ansteht.

Spoiler: FinOps 3.0 geht über Kostenoptimierung hinaus – und ja, es ist so spannend, wie es klingt.

Eine Person steht auf einer Wiese und blickt in Richtung großer Wolken, am Himmel steht der Text FinOps 3.0 is Coming.

## Ausrichtung an den strategischen Unternehmenszielen

Von FinOps-3.0-Praktikern wird erwartet, dass sie Erkenntnisse liefern, die weit über reine Kosteneinsparungen hinausgehen. Sie müssen Cloud-Ausgaben mit den Geschäftszielen in Einklang bringen und dafür sorgen, dass jeder in die Cloud investierte Euro auf die strategischen Ziele des Unternehmens einzahlt. Das erfordert ein tiefes Verständnis der technischen wie der finanziellen Seite von Cloud Computing – und die Fähigkeit, mit ganz unterschiedlichen Stakeholdern im Unternehmen wirksam zu kommunizieren. Hier ein paar Beispiele.

## FinOps und Nachhaltigkeit verbinden

Ein prägnantes Beispiel für die Weiterentwicklung von FinOps ist die Initiative der FinOps Foundation, FinOps-Praktiken mit Nachhaltigkeitszielen zu verknüpfen. Je stärker Unternehmen ökologisch denken, desto klarer wird: Cloud Computing hat einen erheblichen ökologischen Fußabdruck. Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen Energie, und ineffiziente Cloud-Nutzung führt zu unnötigen CO₂-Emissionen. Schließlich möchte niemand als das Unternehmen bekannt werden, das wegen schlecht optimierter Server-Instanzen die Polkappen zum Schmelzen gebracht hat.

Wer Nachhaltigkeit in FinOps integriert, erzielt einen doppelten Nutzen: geringere Kosten und weniger Umweltbelastung.

## Cloud-Kosten mit Business-Kennzahlen verknüpfen

Die nächste Ausbaustufe von FinOps besteht darin, Cloud-Kosten direkt mit Geschäftskennzahlen und -zielen zu verbinden. Dieser Schritt ist entscheidend, um FinOps aus der Rolle der reinen Kostensparfunktion in die eines strategischen Wegbereiters für den Unternehmenserfolg zu führen. So kann das gelingen:

1. Transparenz & Cost Attribution – Viele denken bei FinOps zunächst an eine Funktion, die dem Unternehmen Transparenz über die Cloud-Ausgaben verschafft.

Gut – das Licht ist an, Sie haben Transparenz über Ihre Cloud-Kosten.

Aber welche Erkenntnisse gewinnen Sie daraus? Vor allem, wenn Sie mit geteilten Ressourcen oder einer Multi-Tenant-Architektur arbeiten?

In FinOps 3.0 geht Transparenz Hand in Hand mit granularer Cost Attribution: die Aufteilung der Kosten auf unterschiedliche Gruppierungseinheiten – intern wie extern (etwa Team, Kunde oder sogar Feature).

2. Cloud-Kosten & Business Value – Jedes Unternehmen hat eigene Geschäftsziele und Kennzahlen.

Diese Kennzahlen sind letztlich meist mit Preismodellen und Profitabilitätszielen verknüpft.

Da Cloud-Kosten zu den größten Ausgabenposten zählen, wirken sie sich erheblich auf diese Ziele aus.

Mit sauber etablierter Cloud-Kostentransparenz und Cost Attribution lassen sich teure Features identifizieren, die eingeschränkt gehören, oder es zeigt sich, welche Kunden die eigentlichen Ressourcen-Vielverbraucher sind (und Sie damit mehr kosten, ohne zwangsläufig mehr zu zahlen …) und vieles mehr.

Dieses Maß an Transparenz verschafft dem FinOps-Praktiker einen Platz am Tisch – als Bindeglied zwischen Technologie und Business.

3. Predictive Analytics und Forecasting – Predictive Analytics hilft dabei, künftige Cloud-Ausgaben auf Basis von Unternehmenswachstum und strategischen Initiativen vorauszusehen. So wird proaktive Budgetplanung möglich, und Cloud-Investitionen bleiben an den Geschäftszielen ausgerichtet.

Und was kommt als Nächstes?

Die Entwicklung von FinOps – von der Kostensparfunktion zum strategischen Business-Enabler – ist in vollem Gange. FinOps-Praktiker können spürbaren Mehrwert für ihre Organisationen schaffen und werden zunehmend enger mit der Unternehmensstrategie verzahnt sein, sodass Cloud-Investitionen nicht nur effizient sind, sondern auch auf die übergeordneten Unternehmensziele einzahlen.

Ab hier liegt es an Ihnen – weiterentwickeln, wachsen und Wirkung entfalten.