AWS krempelt seine Datenbank-Observability um. Im Dezember 2024 hat AWS die neuen CloudWatch Database Insights (DBI) vorgestellt – ein Angebot, das den seit Jahren etablierten RDS Performance Insights (PI) stark ähnelt. Gleichzeitig hat AWS das End-of-Life für Performance Insights angekündigt: u̶r̶s̶p̶r̶ü̶n̶g̶l̶i̶c̶h̶ ̶f̶ü̶r̶ ̶d̶e̶n̶ ̶3̶0̶.̶ ̶N̶o̶v̶e̶m̶b̶e̶r̶ ̶2̶0̶2̶5̶ ̶g̶e̶p̶l̶a̶n̶t̶, inzwischen verlängert auf den 30. Juni 2026. Hier erfahren Sie, was bei der Umstellung wichtig ist – von den Feature-Unterschieden über das neue Preismodell bis zu konkreten Schritten für lückenloses Monitoring und den Erhalt Ihrer historischen Daten.
Beide Tools bieten Performance-Tuning und Monitoring für Datenbanken samt vorgefertigter Dashboards. Database Insights ähnelt dem älteren Performance Insights nicht nur stark, es basiert sogar darauf. Die Oberfläche sieht etwas anders aus, da sie in der CloudWatch-Konsole statt in RDS lebt. Wer PI kennt, findet sich in DBI sofort zurecht.
Kostenlose und kostenpflichtige Variante
Es gibt zwei Betriebsmodi:
- Database Insights Standard – kostenlos
- Database Insights Advanced – kostenpflichtig
Bei allen neuen RDS- und Aurora-Datenbanken ist DBI Standard standardmäßig aktiv. Inklusive sind sieben rollierende Tage Performance-Historie – wie schon bei PI. Wer mehr braucht, schaltet den kostenpflichtigen Advanced-Modus frei und erhält 15 Monate Historie sowie zusätzliche Features (siehe unten).
Feature-Vergleich: PI vs. DBI
Wo finde ich was?
- PI erreichen Sie über die RDS-Konsole.
- DBI öffnen Sie über die CloudWatch-Konsole; ein Link bleibt aber in der RDS-Konsole erhalten.
Funktionsumfang im Überblick
- PI: bewertet die Last einer einzelnen DB-Instanz über ein vorgefertigtes Dashboard.
- DBI: erweitert diese Insights um Metriken auf Flotten-Ebene, Integration mit AWS Application Signals, eine umfassendere Korrelation von Metriken, Logs und Events sowie eine tiefergehende Ursachenanalyse (z. B. Lock-Diagnose und Analyse von Ausführungsplänen).
Wichtige Verbesserungen in DBI
- Visualisierung von Metriken über Cluster und Flotten hinweg – nicht nur pro Instanz.
- Tiefere Integration mit Logs – allerdings nur im Advanced-Modus.
- Neue Features wie Lock Analysis für PostgreSQL.
Wesentliche Einschränkungen
- Einige bisher kostenlose Funktionen (z. B. OS-Prozessanalyse, Erfassung von Ausführungsplänen) gibt es nur noch im kostenpflichtigen Tarif.
- Die Aufbewahrungsdauer im kostenpflichtigen Tarif sinkt von 24 Monaten (PI) auf 15 Monate (DBI).
- DBI Advanced lässt sich nur auf Cluster-Ebene aktivieren und bezahlen, nicht pro Instanz.

Feature-Vergleich
Preise: mehr Features, aber deutlich teurer
Etwas verwirrend: Die AWS-Preisseite weist DBI pro vCPU-Stunde aus, während PI pro vCPU-Monat abgerechnet wird. Auf den ersten Blick wirkt das neue Preismodell günstiger – bis Sie die 730 Stunden pro Monat einrechnen.

Preisvergleich (bei 1 Monat Aufbewahrung in PI)
Neben dem höheren Preis pro vCPU muss DBI auf dem gesamten Cluster inklusive aller Replicas aktiviert werden. Eine selektive Aktivierung einzelner Instanzen wie bei PI ist nicht möglich.
Ein weiterer Stolperstein: Bei DBI zahlen Sie jede Stunde – auch dann, wenn Sie Ihren Cluster zwischenzeitlich stoppen.
Fazit: Bei gleicher Aufbewahrungsdauer kostet DBI Advanced rund das Sechsfache von PI (kostenpflichtig).
Migrationsschritte und Empfehlungen
Wichtige Termine
- End-of-Life für Performance Insights: 30. November 2025.
- Kostenlose Testphase: Wer einen bestehenden Cluster vor dem 30. November 2025 upgradet, kann Anspruch auf Credits haben, die die Mehrkosten bis Ende 2025 abdecken. (Berechtigte Kunden sollten bereits eine E-Mail von AWS erhalten haben.)
Was Sie jetzt tun sollten
- Bestandsaufnahme: Erfassen Sie alle Instanzen mit aktiviertem PI und prüfen Sie, ob Sie Features brauchen, die nur in DBI Advanced verfügbar sind (z. B. lange Aufbewahrung, Ausführungspläne, erweiterte Analyse).
- Modus wählen: Entscheiden Sie, ob DBI Standard mit 7 Tagen Historie ausreicht – oder aktivieren Sie Advanced für längere Aufbewahrung und Zusatzfunktionen.
- Frühzeitig upgraden: Aktivieren Sie DBI Advanced vor dem End-of-Life, damit keine historischen Daten verloren gehen. (Auch im Advanced-Modus liegt die Obergrenze allerdings bei 15 Monaten.)
Wenn Sie nichts unternehmen
- Ihre Datenbanken laufen nach dem End-of-Life automatisch auf DBI Standard. Damit verlieren Sie den Zugriff auf Metriken, die älter als 7 Tage sind, sowie auf alle erweiterten Funktionen.
Quellen
- New Amazon CloudWatch Database Insights: Comprehensive database observability from fleets to instances | AWS News Blog
- Monitoring Amazon RDS databases with CloudWatch Database Insights — Amazon Relational Database Service
- CloudWatch Database Insights — Amazon CloudWatch
- Übersicht der Features im DBI Advanced-Modus: https://docs.aws.amazon.com/AmazonCloudWatch/latest/monitoring/Database-Insights.html
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