Hinweis — Dieser Beitrag ist nicht technisch, sondern beschreibt die Schritte beim Bestellen und Empfangen einer Snowcone von AWS.
AWS hat vor Kurzem AWS Snowcone vorgestellt — ein neues Gerät der Snow Family, mit dem sich Dateien zwischen einem AWS S3 Bucket und dem eigenen Zuhause, Büro oder Rechenzentrum hin- und herbewegen lassen.
Wer große Datenmengen in die Cloud oder aus ihr heraus übertragen möchte, stößt mit der heimischen Breitbandleitung schnell an Grenzen.
Hinzu kommt ein häufiges Problem: Der Übertragungsvorgang belegt die komplette Upload-Bandbreite und bremst alle anderen im Netzwerk aus.
Die Snow Family umfasst bereits zwei weitere Geräte: AWS Snowball (21,3 kg / 47 lbs) und AWS Snowmobile (30.845 kg / 68.000 lbs) — und ja, das ist tatsächlich ein kompletter Sattelzug.
Während die beiden anderen Geräte groß, sperrig und laut sind, ist die Snowcone so kompakt, dass sie problemlos in die Tasche passt oder sich in der Hand tragen lässt. Sie wiegt 2 kg (4,5 lbs) und wird innerhalb eines Werktags geliefert. Pro Auftrag fallen 60 USD an, wobei die ersten fünf Nutzungstage in der Servicegebühr enthalten sind.
Die Versandkosten sind nicht inbegriffen und werden zusätzlich zu den Auftragskosten berechnet.
Meine Erfahrung mit der Snowcone
Das Gerät wurde am 17. Juni 2020 vorgestellt. Eine Woche später, am 24. Juni, habe ich es bestellt. Direkt zu Beginn erschien der Hinweis, dass die Lieferung wegen der hohen Nachfrage länger als einen Werktag dauern werde.

Vier Werktage später übergab mir ein UPS-Bote das Gerät — ohne Karton, ohne Netzteil und ohne Netzwerkkabel. Bei der Bestellung bestätigt man, dass ein 45-W-USB-C-Netzteil vorhanden ist. Ich habe das Ladegerät meines MacBook Pro genutzt.
Mein erster Eindruck: Das Gerät wirkte robust, aber verschmutzt (ich schätze, es hatte schon einige Monate auf dem Buckel).

Sobald das Netzteil angeschlossen ist, aktualisiert sich das Kindle-artige Touchscreen-Display und zeigt den Boot-Vorgang. Falls im Netzwerk kein DHCP verfügbar ist, lässt sich die IP-Adresse auch manuell setzen.

Wird das Netzteil wieder abgezogen, aktualisiert sich der Kindle-artige Bildschirm erneut und zeigt das Versandetikett für die Rücksendung an AWS an.

Ein Problem ist mir dabei aufgefallen: Das Gerät hat zwei RJ-45-Ports (Ethernet-Ports). Nachdem ich es für Port 1 konfiguriert hatte, steckte ich das Netzwerkkabel versehentlich in Port 2. Das Gerät zeigt dann diese generische Fehlermeldung an:

Ich habe keinen AWS-Support-Plan, konnte das Problem aber selbst lösen.
Nach einer Woche, in der ich Dateien kopiert hatte, brachte ich das Gerät zur UPS-Filiale und schickte es an AWS zurück.

Drei Tage später, am 8. Juli, traf das Gerät bei AWS ein. Weitere sechs Tage später, am 14. Juli, waren die Dateien in den Bucket importiert.
Fazit: AWS Snowcone ist ein ausgesprochen praktisches Gerät, das den Transfer großer Dateien in die Cloud und zurück deutlich vereinfacht.
Zeitlicher Ablauf
Hier der vollständige zeitliche Ablauf:
- AWS Snowcone von AWS angekündigt am 17.06.2020
- Auftrag erstellt am 24.06.2020 um 05:53 EST.
- Snowcone zugewiesen am 25.06.2020 um 17:41 EST.
- Snowcone versendet am 26.06.2020 um 21:36 aus Chantilly, VA.
- Snowcone per UPS angekommen am 29.06.2020 um 13:12 EST.
- Snowcone an AWS zurückgeschickt am 05.07.2020 um 17:28 EST.
- Snowcone im Sortierzentrum eingetroffen am 07.07.2020 um 14:10 EST.
- Snowcone bei AWS angekommen am 08.07.2020 um 13:47 EST.
- Datenübertragung gestartet am 14.07.2020 um 20:56 EST.
Zusammengefasst: Vom Versand durch UPS bis zum Import der Dateien bei AWS vergingen 9 Tage, 3 Stunden und 28 Minuten. Teilt man die Snowcone-Kapazität (8 TB) durch die Sekunden, die der Daten-Upload gedauert hat, ergeben sich rund 80 Mbit/s.