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Wie 3 Branchen mit der Cloud Innovation vorantreiben

By DoiTMay 3, 20227 min read

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Kaum ein Bereich des modernen Lebens bleibt von Cloud-Innovationen unberührt. Erfahren Sie, wie Vorreiter aus Mode, Gaming und nachhaltigen Industrien die Cloud nutzen, um die Konkurrenz hinter sich zu lassen.

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Vorreiter aus Mode, Gaming und nachhaltigen Industrien nutzen die Cloud, um die Konkurrenz hinter sich zu lassen

Wie tiefgreifend die Cloud unseren Alltag inzwischen verändert hat, lässt sich kaum erfassen. Vom Lebensmitteleinkauf bis zum Versicherungsabschluss – kaum ein Bereich des modernen Lebens bleibt von Cloud-Innovationen unberührt.

Angesichts der schieren Bandbreite und Vielfalt dessen, was gerade passiert, ist ein vollständiger Überblick über den Wandel, den die Cloud weltweit auslöst, schlicht unmöglich. Stattdessen werfen wir einen Blick darauf, wie die Cloud in drei besonders dynamischen Branchen für rasanten Wandel sorgt.

Nachhaltige Industrie

Verantwortungsvolle Unternehmen wissen branchenübergreifend, dass sie sich der Herausforderung ökologischer Nachhaltigkeit stellen müssen. Zusätzlich angetrieben von der Aussicht, die finanziellen Folgen des Klimawandels abzufedern, konzentrieren sie sich häufig darauf, den Energieverbrauch zu senken, der für den Betrieb immer leistungsfähigerer Recheneinheiten, wachsender Speicheranforderungen und permanent verfügbarer Kundenservices nötig ist. Ein Vorteil der Migration in die Public Cloud: Sie reduziert den Energieverbrauch deutlich und kann die CO₂-Emissionen um bis zu 59 Millionen Tonnen pro Jahr senken.

Doch die Cloud bietet weit mehr Hebel für Nachhaltigkeit als nur die Senkung des Energieverbrauchs: Innovative Organisationen aus den unterschiedlichsten Branchen entdecken, wie sie mit der Cloud Ressourcen schonen und den Klimawandel abmildern können.

Erneuerbare Energien

Das industrielle Internet of Things (IoT) ist eine zentrale, cloud-getriebene Technologie für den Ausbau erneuerbarer Energien – insbesondere in der Messtechnik und Sensorsteuerung. IoT-Systeme regeln aus der Ferne die zweiachsigen Tracker, die tagsüber die Sonneneinstrahlung maximieren, und lassen sich auch zur Überwachung der Stromerzeugung in der Windenergie einsetzen.

Energiesysteme der nächsten Generation, sogenannte Smart Grids, binden drahtlose Geräte wie Sensoren und Funkmodule ein, um Ressourcen effizienter zu nutzen. IoT-Technologie macht es möglich, dass vernetzte Geräte miteinander kommunizieren und auf den Bedarf reagieren. Smart Grids unterstützen heute das manuelle Umschalten zwischen erneuerbaren Energien und konventionellen Kraftwerken, um Schwankungen bei Solar- und Windenergie auszugleichen und eine zuverlässige Versorgung sicherzustellen.

Cloud Computing erlaubt es Energieunternehmen außerdem, die enormen Datenmengen, die sie erzeugen, gezielt auszuwerten und so ihre Angebote zu verbessern. Das in Israel ansässige Unternehmen Raycatch setzt Google Compute Engine und Google Cloud Bigtable ein, um die täglichen Datenanalysen zu betreiben, mit denen Versorger den Betrieb ihrer Solaranlagen optimieren.

Ein weiteres Anwendungsfeld ist die Netzinspektion: Axpo, der größte Anbieter erneuerbarer Energien in der Schweiz, nutzt die KI-basierte Lösung Grid Vision von eSmart Systems, um Versorgungssicherheit, Mitarbeitersicherheit und Kosteneffizienz zu erhöhen. Grid Vision verknüpft die erfassten Daten mit Drohnenaufnahmen und Hinweisen auf mögliche Problemstellen. Das hilft, eine zuverlässige Stromversorgung aufrechtzuerhalten, denn bei einem markierten Problem müssen Leitungen nicht zwingend abgeschaltet werden.

Gesunder Boden

Nachhaltigkeit legt zu Recht den Schwerpunkt darauf, tragfähige Alternativen zu fossilen Energieträgern zu finden – aber auch der Boden selbst verdient Aufmerksamkeit. Vielen Landwirten fehlen belastbare Einblicke in die Bodenbedingungen, sodass Bewässerung und Düngung eher nach Gefühl erfolgen, was wertvolle Ressourcen verschwendet und Erträge begrenzt.

Weil weniger als 10 % der Agrarunternehmen Daten direkt aus dem Boden gewinnen, hat sich das Agraranalytik-Unternehmen CropX genau das zur Aufgabe gemacht: Daten von Tausenden Bodensensoren weltweit erfassen und an eine zentrale Plattform senden, die auf Hunderten Cloud-Instanzen läuft. Die Plattform verknüpft diese Daten in Echtzeit mit oberirdischen Datenebenen wie Satellitenbildern, Wetterdaten, Topografie, Pflanzenmodellen und Nutzereingaben. KI-basierte Algorithmen werten die Daten aus und liefern Empfehlungen zu Bewässerung und Pflanzenernährung über die CropX-Web- oder Mobile-App.

CO₂-Fußabdruck mit synthetischer Biologie reduzieren

Der DNA-Pionier TeselaGen kooperiert mit LanzaTech, einem Unternehmen, das Kohlenstoff in Produkte wie kohlenstoffnegative Biokraftstoffe recycelt, um KI-Funktionen in dessen biologische Designplattform zu integrieren. TeselaGen hat eine hochmoderne, cloud-basierte Lösung entwickelt, mit der sich komplexe biologische Workflows und Produkte konzipieren, aufbauen und optimieren lassen. Gemeinsam wollen die Unternehmen den CO₂-Fußabdruck der Menschheit reduzieren, indem sie die TeselaGen-Plattform für modernes industrielles DNA-Design und Klonen einsetzen, um die F&E-Aktivitäten von Lanzatech massiv zu skalieren.

Die Dringlichkeit, CO₂-Emissionen zu senken, wächst, und der Druck steigt, immer mehr Kohlenstoff effizient wiederzuverwerten. Lanzatech und TeselaGen haben gemeinsam ein Betriebssystem für die Biotechnologie entwickelt, das sich nahtlos in bestehende Infrastruktur und Dienste einfügt. Das ermöglicht schnellere Iterationen und reduziert Kosten und Time-to-Market.

Das sind nur einige der unzähligen Anwendungsfälle, die zeigen: Cloud-Infrastruktur ist nicht nur selbst nachhaltig, sondern Cloud-Innovationen sind auch zentral für nachhaltige Lösungen.

Gaming

Cloud-Technologie im Gaming erlaubt Spielerinnen und Spielern, eine nahezu unbegrenzte Auswahl an Spielen für eine feste Monatsgebühr auf Computer oder Mobilgerät zu streamen – ganz ohne Plattformhürden wie Speicherplatz oder Spezialhardware. Die wichtigsten Akteure im Cloud-Gaming – Microsoft, Google, Amazon und Nvidia – arbeiten noch daran, ein tragfähiges Geschäftsmodell mit einem hochwertigen, latenzfreien Spielerlebnis in Einklang zu bringen. Wenn ihnen das gelingt, könnte die Cloud zur bevorzugten Plattform der Zukunft werden. Tatsächlich wird der Cloud-Gaming-Markt bis 2027 voraussichtlich auf 9,4 Milliarden US-Dollar anwachsen – mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 48,3 % ab 2022.

Das Aufkommen von GPU-as-a-Service (GPUaaS) gibt dieser stetig wachsenden Branche zusätzlichen Schub. Grafikprozessoren (GPUs) sind essenziell für hohe Spielauflösungen und den Systemaufbau, weil sie die Qualität visueller Inhalte steigern und den Mikroprozessor entlasten. GPUaaS nutzt Cloud-Technologie, um Hunderte grafisch anspruchsvolle Spiele gleichzeitig in hohen Bildraten zu streamen – bei reduzierter Latenz.

Die Zukunft des Cloud-Gamings dürfte allerdings weniger durch technologische Fortschritte als durch die Veränderungsbereitschaft der Nutzer bestimmt werden. Solange Gamer ihre Vorliebe für physische Konsolen und Spiele nicht aufgeben, wird Cloud-Gaming hinter klassischen Methoden zurückbleiben.

Mode

E-Commerce und Automatisierung sind längst nicht die einzigen cloud-basierten Technologien, auf die die Modebranche setzt. Der Boom des Online- und kontaktlosen Shoppings dürfte auch nach der Pandemie anhalten, und die Cloud schafft in dieser Branche Raum für noch spannendere Innovationen.

Ein Beispiel ist Eon: Über sein cloud-basiertes Platform-as-a-Service-Angebot verbindet das Unternehmen Produkte mit digitalen IDs und macht sie so zu intelligenten Assets. Die EON Product Cloud ist eine IoT-Plattform mit dem Ziel, eine "connected products economy" aufzubauen – ein digitales System, mit dem Mode- und Handelsunternehmen jedem Kleidungsstück einen digitalen Zwilling geben, dessen Lebenszyklus und Wert verfolgen und engere Kundenbeziehungen aufbauen können. Marken erhalten so die Daten und Erkenntnisse für langfristige Kundenbeziehungen sowie die Systeme für neue Geschäftsmodelle wie Miete, Wiederverkauf, Recycling und Styling-Services.

Cloud Computing eröffnet zudem neue Wege für die Zusammenarbeit zwischen Fabriken, Distributoren und weiteren Unternehmen entlang der Lieferkette. Mit Echtzeitzugriff rund um die Uhr auf relevante Daten kommunizieren die Glieder der Kette schneller und effektiver – ein entscheidender Faktor in einer Welt, in der der Wert cloud-basierter Supply-Chain-Management-Lösungen bis 2023 die Marke von 11 Milliarden US-Dollar überschreiten wird.

Die Supply-Chain-Plattform Suuchi Inc. bietet mit dem Suuchi GRID eine cloud-basierte Technologie für volle Transparenz entlang der Lieferkette – vom Design bis zur Distribution. Modemarken können so Risiken in ihrer Lieferkette per Datenanalyse steuern und Echtzeit-Updates direkt auf ihren Geräten empfangen.

In der Modeproduktion informiert die cloud-basierte Software von Techpacker alle an Design und Fertigung Beteiligten in Echtzeit über Änderungen an Tech Packs (den Vorlagen, die ein technischer Designer erstellt). Das strafft den Prozess und macht die Erstellung von Tech Packs 70 % schneller als mit klassischen Methoden.

Auch cloud-gestützte AR- und VR-Technologien gewinnen in der Modebranche an Boden. Die Plattform OBSESS ermöglicht es Kunden, Geschäfte und Marken in einer 3D-360-Grad-Umgebung zu erleben, die über eine 3D-Commerce-Cloud auf Websites, Mobile Apps und Social-Media-Kanälen ausgespielt wird.

EFI Optitex nutzt AR/VR-Technologie, um die passgenaue Auswahl zu erleichtern. Die Lösung verwandelt 2D-Skizzen und technische Schnittmuster in simulierte 3D-Darstellungen, die sich in Echtzeit für eine perfekte Passform anpassen lassen.

Grenzenlose Möglichkeiten

Die schiere Bandbreite an Innovationen, die die Cloud branchenübergreifend und für Kundenerlebnisse weltweit ermöglicht, kann schnell überwältigen. Auch wenn sich aus den unzähligen neuen Wegen, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, herzustellen und auszuliefern, kein einheitliches Muster ergibt, eint sie eines: der Fokus darauf, mit weniger Ressourcen mehr Wert zu schaffen.

Ob ein IoT-System die Energieversorgung passgenau am Bedarf ausrichtet oder Datenanalysen Erkenntnisse liefern, um die Lebensdauer eines Produkts zu verlängern – die Cloud erlaubt es klugen Köpfen in Unternehmen überall, das Potenzial ihrer Angebote voll auszuschöpfen. Cloud-Technologie allein macht noch nichts großartig, aber wer die Cloud konsequent einsetzt, schafft genau dafür die Voraussetzungen.