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Vendor Lock-in vermeiden – mit Multicloud

By DoiTJun 7, 20226 min read

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Wir zeigen, warum die Kombination aus Multicloud und Open Source die Stärken Ihres bestehenden Anbieters voll ausspielt – und Ihnen zugleich die Flexibilität gibt, die die Public Cloud verspricht.

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Open Source als Schlüssel zu mehr Flexibilität in der Cloud

Eines der zentralen Versprechen der Cloud ist nahezu grenzenlose Flexibilität. Lässt sich der Cloud-Anbieter aber nicht ohne erhebliche Kosten, rechtliche Hürden oder technische Inkompatibilitäten wechseln, bleibt von dieser Flexibilität wenig übrig.

Mehrere Cloud-Anbieter parallel zu nutzen, scheint auf den ersten Blick die naheliegende Lösung – ganz so einfach ist es aber nicht. Wir beleuchten das Thema Vendor Lock-in für Cloud-Kunden, warum eine Multicloud-Strategie das Problem allein nicht löst und welche Rolle Open Source dabei spielt.

Wie Vendor Lock-in in der Cloud entsteht

Wenn Ihre Technologie nur von einem einzigen Anbieter zu beziehen ist und Sie sie nur durch laufende Lizenz- oder Wartungsgebühren weiter nutzen können, stecken Sie in einem Vendor Lock-in. Der Wechsel in die Cloud sollte Sie eigentlich von solchen Zwängen befreien, denn Sie können sie weitgehend zu Ihren eigenen Bedingungen nutzen. So bieten alle großen Cloud-Anbieter etwa Pay-as-you-go-Preismodelle an – theoretisch können Sie Ihre Umgebung jederzeit herunterfahren, Ihre Daten und virtuellen Maschinen exportieren und gehen, wann immer Sie wollen.

Hinzu kommt, dass Cloud-Dienste in der Regel so konzipiert sind, dass sich Daten in beide Richtungen migrieren lassen. Anbieter haben Services und Tools entwickelt, die Sie bei der Migration Ihrer Datenbanken und der zugehörigen Anwendungen in die Cloud sowie zwischen Clouds unterstützen.

Trotzdem ist ein Anbieterwechsel in der Cloud alles andere als trivial. Beispiel Datenübertragung: Eine Migration zwischen Servern, die dieselbe Datenbank-Engine nutzen (homogene Migration), ist relativ einfach. Schon eine geringfügige Änderung wie eine andere Versionsnummer kann jedoch eine ganze Reihe von Problemen aufwerfen, die vor dem Wechsel auf eine andere Engine (heterogene Migration) gelöst werden müssen. Das kann einen völlig anderen Ansatz und eine andere Anwendungsarchitektur erfordern.

Auch Anwendungen, die gezielt auf die Stärken Ihres bestehenden Anbieters zugeschnitten sind, müssen Sie einkalkulieren. Eine solche Anwendung so umzubauen, dass sie nativ in einer anderen Cloud läuft, ist aufwendig. Und genau hier liegt der Kern des Problems: Jeder Anbieter geht etwas anders vor, sodass ein Wechsel immer mit einem gewissen Aufwand verbunden ist – nicht zuletzt mit der Wissenslücke, die Ihr Team in Bezug auf die Technologien und Vorgehensweisen des neuen Anbieters hat.

Warum Multicloud allein nicht die Antwort ist

Ein Multicloud-Ansatz verringert Ihre Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter, ist aber kein Allheilmittel gegen Vendor Lock-in. Eine bestehende Anwendung oder einen Workload aus einer On-Premises-Umgebung in die Infrastruktur eines Cloud-Anbieters zu verlagern, ist verhältnismäßig einfach – und der Käufer ist gegen Vendor Lock-in recht gut geschützt. Wenn Sie einen Cloud-Anbieter für Server, Netzwerk und Storage bezahlen, beschränken sich die Wechselkosten im Wesentlichen darauf, eine neue Provisionierungs-API zu lernen.

Bei Services sieht das anders aus. Public-Cloud-Anbieter setzen für ihre Dienste typischerweise proprietäre Management-Tools ein, die nur innerhalb des jeweiligen Cloud-Ökosystems funktionieren. Um auch nur eine einzige Anwendung auf Amazon Web Services (AWS) bereitzustellen, könnten Sie etwa Dienste wie Kinesis, DynamoDB, ElastiCache, Simple Queue Services, TimeStream und Lambda nutzen – und das sind proprietäre Services, die ausschließlich bei AWS verfügbar sind.

Bedenkt man, was es kostet, eine für eine bestimmte Cloud-Plattform entwickelte Anwendung für eine andere zu refaktorieren, erschwert der Einsatz komplexer Kombinationen aus proprietären Higher-Level-Diensten die Entkopplung von Technologie- und Anbieterwahl erheblich. Theoretisch lässt sich derselbe Workload in mehreren Clouds betreiben – das bedeutet aber, sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu beschränken und das Innovationspotenzial der Public Cloud zu verschenken.

Ihre Multicloud-Strategie hat größere Erfolgsaussichten, wenn Sie jede Anwendung in derjenigen Cloud entwerfen und bauen, die am besten zu ihr passt. In der Praxis entscheidet jedoch häufig Pragmatismus statt fundierter Analyse darüber, wo ein Workload landet. Sie müssen die jeweiligen Stärken jeder Cloud gegeneinander abwägen und auf Ihren konkreten Business Use Case beziehen. Ohne belastbare Daten dazu, wie sich ein Workload in der gewählten Cloud verhalten wird, ist die Zuordnung eher Glückssache als das Ergebnis fundierter Recherche.

Wie Open Source vor Vendor Lock-in schützen kann

Kunden können auf eine Vielzahl von Open-Source-Plattformen und -Tools für Cloud Computing zurückgreifen, um ihre Abhängigkeit von proprietären Plattformen zu verringern. Open Source entkoppelt Ihre Technologieentscheidung effektiv von der Wahl des Cloud-Anbieters. Entwickler können den Quellcode dieser Plattformen und Tools an ihre Anforderungen anpassen, wenn sie Workloads und Umgebungen bereitstellen, provisionieren und verwalten.

Kubernetes – das Container-Orchestrierungssystem zur Automatisierung von Software-Deployment, Skalierung und Management – sowie das Service Mesh Istio wurden von Google als Open Source veröffentlicht. Google hat sich damit als zentraler Vorreiter und Mitwirkender in der Open-Source-Community etabliert.

Viele Tools der Google Cloud Platform (GCP) basieren beispielsweise auf Open-Source-Technologie. GCP ergänzt diese um eine zusätzliche Betriebs- und Management-Schicht, die Mehrwert schafft und Kunden einen schnellen Einstieg ermöglicht. Google Kubernetes Engine (GKE) und Dienste wie Dataflow, Cloud Composer, Managed Service for Prometheus und Cloud Data Fusion sind so aufgebaut, dass Sie im Grunde dieselbe Business-Logik nehmen und an beliebiger Stelle ausführen können – Sie müssen lediglich die neue Betriebsschicht implementieren.

Eine Plattform wie Googles Anthos ermöglicht die hybride Multicloud-App-Modernisierung. Damit orchestrieren und betreiben Sie Kubernetes-Cluster und sogar VMs (in Private Preview) auf GCP, AWS, Azure, in Private Clouds und auf Bare Metal. Selbst wenn Kubernetes nicht das Fundament Ihrer gesamten Cloud bildet, eignet es sich hervorragend, um einzelne Workloads innerhalb einer Public Cloud zu orchestrieren.

Damit Open-Source-Software auch langfristig tragfähig bleibt, sollten Unternehmen ihre Mitarbeitenden zu Open-Source-Beiträgen ermutigen und entsprechende Anreize schaffen. Ein aktueller Bericht der CNCF zeigt, dass 96 % der Unternehmen mittlerweile Kubernetes einsetzen – und die Zahl weiterer cloud-native Open-Source-Projekte ist im vergangenen Jahr regelrecht explodiert. Open-Source-Software kann eine effektive Multicloud-Strategie unterstützen und verhindern, dass Unternehmen einer einzelnen Cloud ausgeliefert sind.

Wer in größerem Umfang auf Open-Source-Services setzt, muss allerdings einen Kompromiss eingehen: Den Day-2-Betrieb verantworten Sie selbst. Das heißt, Monitoring, Updates und Security liegen in Ihrer Hand – und der Mehraufwand rechtfertigt unter Umständen nicht die zusätzlichen Ressourcen und Prozesse, die dafür nötig sind.

Außerdem arbeiten Sie weitgehend ohne Support-Strukturen, meist ohne jegliches SLA. Bei einem Produktionsausfall sind Sie also auf sich allein gestellt. Und was, wenn Sie Funktionen zu einem zentralen Service hinzufügen möchten? Dann müssen Ihre Engineers Zeit aufbringen, um in der Open-Source-Community mitzuwirken, statt die Kernfunktionalität Ihres Produkts weiterzuentwickeln. Wie eine reine Multicloud-Strategie ist auch Open Source allein nicht die Antwort auf Vendor Lock-in.

Wie es weitergeht

Wie schöpfen Sie also das volle Potenzial der Cloud aus, ohne sich von einem Anbieter ausbremsen zu lassen? Ein Partner, der mit allen großen Cloud-Anbietern bestens vertraut ist, hilft Ihnen, Ihre Cloud-Strategie so zu planen, dass Sie aus Ihrem gewählten Anbieter den größtmöglichen geschäftlichen Nutzen ziehen.

Das Team von DoiT bringt nicht nur tiefgehende Erfahrung darin mit, Unternehmen dabei zu unterstützen, mehrere Clouds für ihre Geschäftsziele zu nutzen, sondern hat auch eigene Open-Source-Tools entwickelt, die Ihren Cloud-Betrieb verschlanken, komplexe technische Herausforderungen lösen und Ihre Abhängigkeit von proprietären Plattformen reduzieren. Mit dem richtigen Ansatz spielen Sie die Stärken Ihres bestehenden Anbieters voll aus und genießen zugleich die Flexibilität, die die Public Cloud verspricht.