Mit der neuen visuellen Identität von DoiT bot sich die ideale Gelegenheit, auch unsere Cloud-Plattform weiterzuentwickeln. So macht unser UX-Team sie zugänglicher.

Das neue Branding von DoiT: der ideale Anlass, unsere Barrierefreiheit zu verbessern
Der Rollout der neuen visuellen Identität war für uns die perfekte Gelegenheit, unsere Diagramme zugänglicher zu machen und sie zugleich an die weiterentwickelte Marke anzupassen. Wir wollten ein eigenständiges, klares und einladendes visuelles System schaffen – also lag es nahe, DoiT Cloud Intelligence™ auf die neue Marke auszurichten und gleichzeitig die Barrierefreiheit zu verbessern.
Warum Barrierefreiheit wichtig ist
Barrierefreiheit im Design heißt, ein Produkt so inklusiv zu gestalten, dass wirklich jeder es nutzen kann. Auch wenn dabei Menschen mit Behinderungen im Mittelpunkt stehen, profitieren am Ende alle davon. Ein anschauliches Beispiel ist die Rampe vor einem Gebäude: Sie ermöglicht Rollstuhlfahrenden den Zugang – und erleichtert zugleich das Hineinschieben eines Kinderwagens oder Fahrrads.
Auch im Digitalen gilt das Prinzip: Videountertitel waren ursprünglich für Menschen mit Hörbeeinträchtigung gedacht, helfen aber genauso, wenn man ein Video stumm in einem vollen, lauten Raum schauen möchte.
In der physischen Welt sind viele dieser Maßnahmen ohnehin gesetzlich vorgeschrieben.
Web-Barrierefreiheit
Während Barrierefreiheit allgemein beschreibt, wie nutzbar eine Umgebung für möglichst viele Menschen ist, geht es bei Web-Barrierefreiheit um genau dasselbe – nur eben für Websites. Wer das Thema ernst nimmt, sorgt dafür, dass die eigene Online-Technologie für jeden zugänglich ist – unabhängig von Fähigkeiten oder Umgebung.
Für digitale Produkte werden die Empfehlungen der Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) Schritt für Schritt verbindlich. 2017 begann die Europäische Union, von Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen die Konformität mit WCAG 2.1 Level AA zu fordern.
Die WCAG definieren vier Prinzipien, die Inhalte erfüllen müssen, um als barrierefrei zu gelten:
- Wahrnehmbar: Nutzer müssen die Informationen und Komponenten der Benutzeroberfläche (UI) wahrnehmen können – sie dürfen sich also nicht allen Sinnen entziehen.
- Bedienbar: Nutzer müssen alle Interaktionen ausführen können, die zur Bedienung der UI-Komponenten und zur Navigation nötig sind.
- Verständlich: Inhalt und Bedienung der UI müssen für die Nutzer nachvollziehbar sein.
- Robust: Inhalte müssen sich zuverlässig mit unterschiedlichsten User Agents – einschließlich assistiver Technologien – interpretieren lassen.
Eine Website oder App barrierefrei zu gestalten, ist nicht nur richtig, sondern kann sich auch spürbar auf den Geschäftserfolg auswirken. Laut Weltgesundheitsorganisation leben aktuell rund 15 % der Weltbevölkerung mit einer Behinderung. Das sind über eine Milliarde Menschen – viele davon potenzielle Nutzer von Webtechnologien, die durch nicht barrierefreie Anwendungen jedoch ausgeschlossen werden.
Schaut man über dauerhafte Behinderungen hinaus auf vorübergehende oder situationsbedingte Einschränkungen, wird der Bedarf an barrierefreien Webprodukten noch deutlicher. Wer sich etwa von einer Augen-OP erholt, hat eine vorübergehende Beeinträchtigung und ist vielleicht für einige Wochen auf einen Screenreader angewiesen. Und wer einfach nur seine Brille verlegt hat, nutzt eine Website unter Umständen für eine Weile ganz anders.
Eine barrierefreie Farbpalette
Eine Farbsehschwäche betrifft 8 % der Männer und 0,5 % der Frauen. Der Fokus auf Barrierefreiheit hilft aber nicht nur Menschen mit Sehbeeinträchtigung, sondern auch allen, die unseren Service einmal bei schlechten Lichtverhältnissen nutzen. Denn auch dann lassen sich Farbunterschiede oft nur schwer erkennen.
Menschen mit Farbfehlsichtigkeit fällt es schwer, bestimmte Regenbogenfarben auseinanderzuhalten. Deshalb haben wir Tols divergierendes Farbschema als Ausgangspunkt für das neue Design gewählt. Dieses Schema basiert auf einer Skalierung der Farbkoordinaten – etwa von Blau über Gelb zu Rot – und ist farbfehlsichtigkeitsfreundlich.

Tols divergierendes Farbschema "Sunset"
Wir haben Tols Farbschema an unsere Marke angepasst und dabei sichergestellt, dass die neue Palette weiterhin für Menschen mit Farbfehlsichtigkeit geeignet bleibt.


Nach dem Redesign ist das Farbschema zugänglicher und passt zur neuen Markenausrichtung.
Dark Mode
Vor dem Rebrand stand in der Plattform meist der Light Mode im Fokus, der Dark Mode wurde dabei oft vernachlässigt. Ein dunkles Theme verringert die Leuchtdichte des Bildschirms und schont so die Augen. Eine interne Umfrage zeigte, dass zwei Drittel der Doers die CMP (heute Teil von DoiT Cloud Intelligence) im Dark Mode nutzen – Grund genug, ihm besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
Bei weißem Text erzeugt ein dunkelgrauer Hintergrund weniger Kontrast als reines Schwarz und entlastet damit die Augen. Für Diagramme und Buttons setzen wir zudem auf entsättigte, hellere Farben – das verbessert die Lesbarkeit und reduziert störendes Flimmern.

Die Farbpalette im Dark Mode ist heller und weniger gesättigt – für bessere Sichtbarkeit.
Wie geht es weiter?
Bei DoiT arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere Produkte für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen. Für uns ist das ein Weg, Kunden, Partnern und allen, die mit uns zusammenarbeiten, den Alltag zu erleichtern.
Als Nächstes wollen wir unsere Dokumentation direkt in der Plattform besser zugänglich machen – etwa damit man kontextbezogene Hilfe lesen kann, während man eine Aktion ausführt. Außerdem soll sich die Plattform vollständig per Tastatur bedienen lassen. Denn nicht nur Nutzer mit bestimmten Behinderungen navigieren lieber per Tastatur als per Maus – auch Power-User schätzen das aus Effizienzgründen.
Websites und andere Online-Technologien barrierefrei und WCAG-konform zu gestalten, ist (noch) keine gesetzliche Pflicht – sorgt aber für eine positive Nutzererfahrung und hilft Ihnen dabei, Kunden zu gewinnen und langfristig zu binden.